Keramag

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Hinter dem Namen Keramag verbirgt sich nicht nur der eigentliche komplette Firmenname „Keramag Keramische Werke GmbH“, sondern auch ein waschechtes Traditionsunternehmen mit Sitz in Ratingen bei Düsseldorf. Das Unternehmen ist seit 15 Jahren Teil der finnischen Unternehmsgruppe „Sanitec“ und kann inzwischen auf eine über 110 Jahre lange Firmengeschichte zurückblicken.

Zwar sind die beiden Unternehmensgründer Thomas W. Twyford und Alfred Johnson weder deutsche Staatsbürger, noch Ratinger gewesen – die beiden Industriellen kamen aus dem Vereinigten Königreich nach Deutschland – aber sie beide wussten geschickt von dem um die Wende des 20. Jahrhunderts aufkommendem Bedarf an vernünftigen sanitären Einrichtungen zu profitieren. Dieser Bedarf schoss nicht nur auf den britischen Inseln in die Höhe, sondern auch auf dem Festland. So suchten dann auch Twyford und Johnson nach einer Möglichkeit die komplizierten Einfuhrzölle im deutschen Kaiserreich zu umgehen um auch den deutschen Markt vernünftig beliefern und die gestiegenen Bedürfnisse befriedigen zu können. Eine Lösung war dann tatsächlich auch schnell gefunden. Twyford errichtete die „Feuertonfabriken“ in Ratingen und Johnson selbige in Wesel. Allerdings beendete der 1. Weltkrieg ihre unternehmerischen Tätigkeiten und die Werke musste Insolvenz anmelden. Nach Kriegsende wurden sie mit der „Diamant“ Steingutwerke GmbH in Flörsheim zusammengeführt. Hauptsitz war (und ist noch heute) der Standort Ratingen. Ab 1918 firmierte das frisch zusammengelegte Unternehmen dann auch schließlich unter dem bis heute für Qualität und Komfort stehenden Namen „Keramag Keramische Werke GmbH“.

Im Laufe der Jahre zwischen den beiden Weltkriegen, besonders aber im Zug des Bau- und Wirtschaftsbooms der 60er Jahre konnte die Keramag zum Marktführer in Sachen Sanitärkeramik in Deutschland aufsteigen. Aber auch außerhalb Deutschlands erfreut sich der Markenhersteller großer Beliebtheit. Als im Zuge der europaweiten Expansion neue Geldmittel benötigt und neue Investoren gesucht wurden, erwarb die französische „Allia S.A.“ einige Zeit das komplette Unternehmen. Noch bis heute hält der deutsche Ableger der Allia S.A. Die Allia Holding GmbH, die Aktienmehrheit innerhalb der Keramag. Allia wiederrum gehört zur finnischen „Sanitec Group“, die ihres Zeichesn wiederum den Großinvestor EQT unterstellt ist.

Nach einigen Umstrukturierungen ist schließlich von den eigentlichen Werken nur noch das Werk in Wesel geblieben. Nach der Wende wurde von der Treuhandanstalt noch das „Kermaische Werk Haldensleben“ bei Magdeburg übernommen. Auch dieses Werk ist noch immer Teil der Unternehmensstruktur. Aber, so wie die Keramag auch der deutschen und internationalen Bäderlandschaft ihren Stempel aufdrückte, hat die Keramag auch in Deutschland bleibende Spuren hinterlassen. In Flörsheim errichteten die beiden britischen Unternehmensgründer, wie es eben zur Zeit vor dem 1. Weltkrieg üblich war, eine Siedlung für die Arbeiter. Das Viertel in Flörsheim trägt noch heute den Namen „Keramag/Falkenberg“.

Inzwischen werden natürlich nicht nur Waschbecken, Waschbeckenunterschränke, Badewannen und andere sanitäre Einrichtungen aus Ton gebrannt oder Stein geschnitten. Die Keramag GmbH war und ist immer am Puls der Zeit und setzt seit den späten 90er Jahren des Letzten Jahrhunderts auch auf polymergebundene Werkstoffe und hielt bis 2004 zu 100 Prozent die Mineralstoffwerke der „Varicor S. A. S.“